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Dialyse weltweit
Mit dem Ziel, das Leben von Menschen, deren Nieren nicht mehr funktionieren, zu schützen, entwickelt und produziert B. Braun nicht nur Dialysemaschinen. B. Braun betreibt auch Dialysezentren – weltweit. In einem der beiden Zentren in Manila, Philippinen, kümmert sich Bernadette Libunao als Pflegedienstleiterin darum, dass die Patient*innen sich bei jeder Behandlung so fühlen, als würden sie ihre Familie besuchen.
Die Taschen, die die Patient*innen in das Dialysezentrum an der Blumentritt Street mitbringen, sehen alle unterschiedlich aus – blau, schwarz, mal aus Plastik, mal aus Stoff, aber der Inhalt ist immer gleich: eine kleine Flasche Wasser, Snacks, Kissen und Decken. Im Behandlungsraum sind Decken auf den Liegen ausgebreitet, einfarbig, mit Blumen oder Ballons, bestickt, gepunktet, kariert. Die Patient*innen richten sich bestmöglich ein. Sie werden sich die Zeit mit amerikanischen Serien oder koreanischen Dramen vertreiben, andere werden lesen oder schlafen, während ihr Blut vier Stunden lang gewaschen wird. Denn wenn die Nieren nicht mehr oder nur eingeschränkt funktionieren, können weder Flüssigkeit noch Abfallstoffe des Stoffwechsels ausgeschieden werden.
Bernadette Libunao hingegen ist hellwach. Sie ist keine Patientin, sondern die Pflegedienstleiterin in diesem Dialysezentrum in Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Gerade war Libunao noch im Wartezimmer und hat einen Patienten freundlich begrüßt, jetzt steht sie an einer der fünfzehn Dialysemaschinen im Behandlungsraum, an der gerade die Beschriftung „end of treatment” blinkt. Bernadette nimmt die Schläuche ab, entsorgt sie in den Mülleimer und gibt dem Patienten eine Spritze gegen seine Blutarmut.
Eine Dialyseschwester zu sein, sagt Bernadette, bedeute nicht nur, Menschen an Maschinen anzuschließen und diese dann laufen zu lassen. „Es ist viel eher eine Verantwortung”, sagt sie. Es ist wichtig, die Patientinnen und Patienten gut zu kennen und ihre individuelle Kraft und Fähigkeit zur Behandlung sorgfältig einzuschätzen, um die Dialyse passend zu gestalten. Man muss wissen, was für andere Krankheiten die Patient*innen haben, welche Medikamente sie einnehmen und ob sie hohen Blutdruck haben und wenn ja, wann dieser auftritt. „Wer nicht Bescheid weiß, kann sich nicht um die Patientinnen und Patienten kümmern”, sagt sie. So einfach ist das, und doch hängt da so viel dran.
“Man muss die Patientinnen und Patienten in- und auswendig kennen, sodass man sich gut um sie kümmern kann.”
Währenddessen wird der Warteraum mit den zwanzig Sitzen und dem Wasserspender in der Ecke langsam voller, obwohl die nächste Dialysetherapie erst in einer halben Stunde startet. Die Patient*innen kennen sich, manche kommen früher, um sich noch zu auszutauschen, zu fragen, wie das Leben gerade läuft. Es gibt sogar eine WhatsApp-Gruppe, in der sich die Patient*innen zum Essen verabreden oder bei Behördengängen unterstützen. Eine Frau mit dem Blumenkleid ist die Administratorin der WhatsApp-Gruppe. Früher war Haydeeline Bankangestellte, jetzt kümmert sie sich um ihre Gesundheit, die Hausarbeit und ihre Kinder. Sie sagt: „Bernadette passt sehr gut auf uns auf.” Sie sei strikt, was Maskenpflicht und Hygiene im Behandlungsraum anbelangt, aber vor allem, sagt Haydeeline, sei Bernadette für alle eine Freundin.
Eine Spender-Niere zu finden, ist schwierig, sich eine Transplantation leisten zu können, für viele hier unmöglich. Einige Patient*innen sind jahrzehntelang in Behandlung, manche sind noch minderjährig, andere schon über achtzig. Bernadette arbeitet seit fast fünfzehn Jahren bei B. Braun. Sie sieht die Patient*innen mehrmals in der Woche, verbringt so viele Stunden mit ihnen. Sie geht mit ihnen durch die hoffnungslosen Tage, die müden Minuten, ist aber auch dabei, wenn alles wieder leichter erscheint, die Energie ansteigt. „Irgendwann sitzen da keine Patientinnen oder Patienten mehr vor dir”, sagt Bernadette, „sondern deine Familie.”
Abzuschalten ist nicht immer leicht, sich zu distanzieren, schwierig, vielleicht auch nicht förderlich. Wenn die Patient*innen zum ersten Mal zu ihnen kommen würden, sagt Bernadette, seien viele noch zu fassungslos. Der schwierigste Teil sei die Akzeptanz. Die Patient*innen müssen ihr Leben umstellen, eine strikte Diät halten, auf ihre Flüssigkeitszufuhr achten. „Das ist nicht das Leben, dass sich diese Menschen für sich vorgestellt haben, also müssen wir sie langsam heranführen und für sie da sein”, sagt Bernadette. Wenn Dialysepatient*innen zu viel Flüssigkeit zu sich nehmen, kann das die Organe schädigen, den Blutdruck erhöhen oder zu Schwellungen führen. Ohne regelmäßige Behandlung vergiftet sich der Körper langsam selbst.
B. Braun betreibt mehr als 350 Dialysezentren auf der ganzen Welt. Von Deutschland über Malaysia bis nach Südafrika und Australien. Den Standort an der Blumentritt Road in Manila gibt es seit zwei Jahren. Von 2018 bis 2022 war das Dialysezentrum ein paar Meter weiter in der Maceda Street beheimatet. Allerdings reichte der Platz nicht mehr aus. Es gab nur zehn Dialysemaschinen, aber viel mehr Patient*innen.
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Stand (31.01.2025)
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Dialysebehandlungen in den B. Braun-Zentren statt
Rhoda Mae hat ihre Behandlung heute schon hinter sich. Auch sie sitzt jetzt im Wartezimmer, packt gerade ihre Tasche. Dreimal pro Woche setzt sie sich in die Beifahrerkabine eines Tricycles, eines Motorrads mit befestigter Fahrgastkabine, und fährt in das Dialysezentrum in der Nähe vom Blumenmarkt. Montag, Mittwoch, Freitag, jeweils vier Stunden, immer die erste Schicht um sechs Uhr früh, damit sie danach in den Tag starten kann. Als sie mit der Behandlung hier angefangen hat, war sie noch ein Teenager, mittlerweile sind zehn Jahre vergangen. Zu ihrer ersten Behandlung kam sie mit ihrem Vater. Sie weiß noch, wie nervös sie beide waren. Aber das Team war so hilfsbereit, so entspannt im Kontakt, dass die Angst einfach verschwand. Bernadette ist für sie mehr als ihre Krankenpflegerin. Bernadette kennt Rhoda Maes Vater, ihr Leben, sie sind sogar auf Facebook befreundet. „Bernadette schaut nach uns allen”, sagt Rhoda Mae. „In den gesamten zehn Jahren hat sie kein einziges Mal vergessen, mich daran zu erinnern, auf meinen Wasserhaushalt zu achten.”
Bevor Bernadette die Pflegedienstleitung übernahm, arbeitete sie drei Jahre lang in einem Krankenhaus, von dem sie sagt: „Das war eine prägende Erfahrung.” Auf der Station gab es sieben Dialysemaschinen und noch mehr Patient*innen – und irgendwann während der Regenzeit kam die Flut. „Das Wasser ging mir bis zur Hüfte”, erinnert sich Bernadette. Ihr Auto war geflutet, der Arbeitsweg blockiert, das Durchkommen eigentlich unmöglich. Aber die Verantwortung, die war eben auch immer noch da. Und die Gedanken an die Patient*innen, deren Körper ohne Dialyse immer mehr Probleme machen, mehr als präsent.
Also versuchte sie es und fand ein Tricycle. Die Kabine war ebenfalls überschwemmt, also kletterte Bernadette aufs Dach. Drei Tage musste sie in dem Krankenhaus schlafen, bis sie wieder nach Hause konnte. Die Patient*innen waren so dankbar, dass sie Bernadette jeden Tag mit Essen versorgten, morgens, mittags, abends. Sie taten alles dafür, dass Bernadette bei ihnen blieb. „In solchen Momenten”, sagt Bernadette, „lernst du deinen Job zu lieben.” In jedem Beruf habe man Verantwortung zu tragen, sagt sie, das wolle sie auch gar nicht kleinreden, aber als Dialyseschwester kümmere man sich um Menschen, die einen brauchen, um am Leben zu bleiben. „Das ist ein Unterschied”, sagt sie.
Die Dialysepfleger*innen und Ärzt*innen legen Zugänge, hören Herzen ab, messen Fieber oder checken den Blutdruck der Patient*innen. Ein Patient kommt herein, setzt sich, schüttelt seine Schlappen ab, lehnt sich zurück und scherzt, dass er gleich wieder jemanden brauche, der ihm die Hand halte. Das Pflegeteam lacht, sie kennen ihn schon, seine Hand wird hier gerne gehalten. Ohne ihr Team würde sie das alles gar nicht schaffen, sagt Bernadette. „Sie sind der Grund, warum alles leichter ist”, sagt Benadette.
Im Dialysezentrum, hier in Manila, an der Blumentritt Street, steht der nächste Schichtwechsel an. Bernadette ist jetzt im Warteraum, die zweite Gruppe Patient*innen des Tages verlassen die Station, die nächsten sitzen schon bereit. Bernadette lächelt einem älteren Herren zu, nimmt ihm die große Tasche ab, stützt ihn auf dem Weg ins Behandlungszimmer, macht ein paar Scherze, leistet Beistand, lässt ihn nicht los, bis er sicher auf seinem Platz sitzt. Eigentlich wollte Bernadette gar keine Krankenpflegerin, sondern Anwältin werden. Ein paar Jahrzehnte später stellt sich heraus: Vielleicht ist der Unterschied gar nicht so groß.
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